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DIE MOSEL
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Idyllisch fließt der Fluss an mir vorbei. Während ich den herrlichen Ausblick auf eine der schönsten Städte der Mosel genieße, fährt ein Ruck durch meine Spinnrute und ich kann nach kurzem Drill einen schönen Döbel landen, der sich an meinem Miniwobbler vergriffen hat. Noch im Wasser vom Haken gelöst, gleitet er zurück ins tiefere Wasser.
Ich befinde mich in Bernkastel-Kues - eine Doppelstadt - durch die Mosel sind die beiden Stadtteile voneinander getrennt und wiederum durch eine Brücke miteinander verbunden. Hier, wo im Sommer der Tourismus boomt und wo man mit die besten Weine Deutschlands trinken kann, wird nicht nur der Weinkenner sondern auch der Angler einen wunderschönen Urlaub erleben.
Direkt in Bernkastel-Kues selbst, unter der Brücke, finden sich immer einige Fische ein. Hier werden die Enten und Schwäne von den Spaziergängern gefüttert, was wiederum die Fischbrut anlockt. Dann sind auch die Räuber nicht weit entfernt. Neben Rapfen und Döbeln beißen vor allem gerne Barsche auf die kleinen Spinnköder. Wobbler und Spinner in Größen von 3-7cm sind nun die Renner. Aber auch ein an der Fliegenrute angebotener Streamer wird selten unbeachtet bleiben. In der kälteren Jahreszeit, ist man mit mittelgroßen bis großen Gummiködern zwischen 10 und 15 cm erfolgreich. Die Hauptbeute ist dann der Zander, der aber auch sehr gerne auf die Köderfischrute geht. Kleine Köderfische wie Lauben und Kaulbarsche, aber auch Fetzenköder, wie halbe Rotaugen, werden sehr gerne von den Glasaugen geschluckt. Im späten Frühjahr, so ab Ende Mai, beginnt der Aal zu laufen. Diesen fängt man am besten, wenn man ein schönes Tau- oder Rotwurmbündel relativ dicht am Ufer präsentiert. Aber auch mit Fetzenködern ist man sehr erfolgreich. Dann kann es auch passieren, dass sich eine dicke Barbe an der fischigen Beute vergreift und einen packenden Drill liefert. Welse werden gelegentlich als Beifang erbeutet. In der Regel handelt es sich aber eher um kleinere Exemplare, die selten länger als 70cm sind. Aber der Wels ist eindeutig auch in der Mosel auf dem Vormarsch.
Ein absoluter Hotspot ist der Bernkasteler Hafen. Hier finden die Fische Deckung vor der Hauptströmung und die Räuber immer einen reichgedeckten Futtertisch. In diesem Hafen wurden schon Zander gelandet, die die 20 Pfund Marke knackten oder auch nur knapp verfehlten. Im Winter sollte man es hier mit großen Gummiködern versuchen. Insbesondere auf der Hafenspitze. Hier bricht sich die Hauptströmung mit dem ruhigen Hafenwasser – das lieben die Stachelritter. Gelegentlich ist hier auch die Chance auf einen Hecht gegeben, jedoch ist Esox wie fast überall an der Mosel nur noch vereinzelt anzutreffen. Er findet durch die Verbauung einfach keine Laichmöglichkeiten mehr. Aber wenn mal einer an den Haken geht, ist es auch in der Regel ein gutes Exemplar. Deshalb sollte man immer ein Stahlvorfach oder ein Hard-Mono Vorfach montieren. In Bernkastel-Kues, auf der Kueser Seite, findet man direkt beim „Toom-Markt“ das Zoo und Angelgeschäft „Amazonas“. Hier kann man neben Gerät und Ködern auch Angelscheine erwerben.
Etwas weiter stromabwärts, in Nähe der Ortschaft Graach, findet man rechtsseitig der Mosel eine sogenannte Laach, wie die Altgewässer an der Mosel genannt werden. In dieser Laach lohnt sich immer mal ein Versuch mit der Spinnrute. Hauptbeute sind auch hier Döbel, Barsche und Rapfen, die zwischen den Seerosen die Kleinfische aufmischen. Zander beißen auch hier am besten in der Winterzeit, wiederum auf große Gummiköder. Im Sommer kann man die Kammschupper besser in den Abendstunden überlisten. Köfis und Fetzenköder ziehen sich die Raubritter nun gerne rein.
Wenige hundert Meter unterhalb von Graach, auf der anderen Moselseite, befindet sich die Ortschaft Wehlen. Über die Moselbrücke ist man von Graach aus in wenigen Minuten vor Ort. Am dortigen Moselufer finden sich immer sehr viele Kleinfische ein, die die Räuber zum Fressen einladen. Hier habe ich kürzlich noch einen Rapfen bei der Arbeit gesehen, der sicherlich die 10 Pfund Marke geknackt hat. Vor einigen Jahren hab ich hier einmal einen schönen Hecht am Haken gehabt, der meinen Blinker aber zu meinem Leidwesen wieder ausgespuckt hat. In Wehlen findet man auch ein Angelgeschäft, in dem man Angelscheine kaufen kann. Auch hat man hier neben fängigen Ködern und Gerät immer einige gute Tipps parat.
Noch ein paar Kilometer Unterhalb befindet sich die Ortschaft Zeltingen-Rachtig. Hier befindet sich eine Schleuse, in deren Bereich, sowohl ober- als auch unterhalb, sich eine großer Fischreichtum präsentiert. Besonders unterhalb des Wehres, im sauerstoffreichen, starkströmenden Wasser, laden die wenigen ruhigen Strömungspunkte die Raubfische ein, sich dort zu konzentrieren. Wer hier in den Sommermonaten abends mit dem Köderfisch ansitzt, wird selten als Schneider nach Hause fahren. Neben guten Zandern und Döbeln fallen auch hier wieder Aale auf die angebotenen Verführer rein und liefern in der knackigen Strömung heiße Drills. Auch sollte man hier mal einen Versuch mit Streamern an der Sbirullino-Pose versuchen. Diese feuert man so weit man kommt in die Hauptströmung heraus und führt sie ruhig wieder gen Ufer. Wenn dann das Wasser explodiert und teilweise bis zu 20 Meter Schnur von der Rolle gerissen werden, kann man davon ausgehen, einen der prächtigen Moselrapfen am Haken zu haben. Auffällig ist, dass die Moselrapfen auffallend rote Flossen haben. Im Rhein z.B. sind die Flossen eher grau. Achten Sie aber auf die Schongebiete ober- und unterhalb des Staus. Diese sind aber auch im Beiblatt zum Angelschein ausgewiesen. Vergehen werden empfindlich geahndet (Geldbußen bis 400 Euro!).
Einige Kilometer oberhalb von Bernkastel-Kues gibt es einen weiteren Hot-Spot. Hier mündet das kleine Eifelflüsschen Lieser, bei der gleichnamigen Ortschaft, in die Mosel. Nicht nur das an Zusammenflüssen immer viele Fische zu finden sind, kommen von der Lieser auch immer wieder mal einige schöne Forellen in die Mosel, die gerne auf kleine Spinnköder aber auch auf einen schönen, saftigen Wurm hereinfallen. Mit der Fliegenrute hat man sogar mal die Chance eine Äsche zu fangen. Die Fahnenträgerrinnen sind aber doch eher selten.
Angelgerät:
Im Sommer mittlere Spinnruten mit einem WG bis ca. 40 Gramm und 3 Meter Länge. Im Winter kräftige Ruten mit einem Wurfgewicht von bis zu 80 Gramm.
Grundruten mit einer Länge von 3.60m und einem WG bis 80 Gramm sind immer richtig um Köderfische oder Tauwürmer auszubringen.
Angelköder:
Im Sommer kleine Kunstköder wie Wobbler, Spinner und Gummis bis 7cm, sowie kleine Köfis wie Lauben. Im Winter ruhig Shads bis 15cm und ganze Rotaugen. Großzanderalarm!
Angelbestimmungen:
Maximal 2 Ruten, kein Nachtangeln, kein Angeln vom Boot aus. Schongebiete beachten (stehen im Angelschein). Raubfischangeln nur in der Frühjahrsschonzeit von 15.04. – 31.05. verboten.
Angelscheine:
Gibt’s beim Verkehrsamt oder in den Angelfachgeschäften.
Extra-Tipp:
Mit Streamer und Sbirullino weit draußen auf Rapfen. Da stehen die richtigen Brocken.
Angelgeschäfte:
Angelshop in Wehlen (direkt an der Hauptstraße, von Bernkastel kommend auf der linken Seite), Amazonas Zoo und Angelshop in Bernkastel-Kues, beim Toom Markt.
Unterkunft:
Unter www.mosel-reisefuehrer.de finden Sie alles, was Sie für einen schönen Moselaufenthalt brauchen. Hotels, Pensionen, etc.
Anfahrt:
Aus dem Norden über die A1/A48, Abfahrt Wittlich. Bernkastel-Kues ist dann ausgeschildert.
Aus dem Süden über die A 61 kommend, Abfahrt Rheinböllen, über die B50 und B327, am Flughafen Hahn vorbei, Richtung Bernkastel-Kues.
© Jan Gutjahr
An dieser Stelle besten Dank an Jan Gutjahr, der uns diesen informativen Angelbericht freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Unser Tipp: Besuchen Sie doch mal die Internetseite von Jan. Hier gibt es weitere interessante Infos rund um den Angelsport.
http://www.fanatic-fishing.de
In eigener Sache:
Bitte erkundigen Sie sich vor Reiseantritt über die aktuellen Angelbestimmungen, die Änderungen unterliegen können. .
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